Wie können wir anders in unserer Familie miteinander reden? Teil 2 – die vier Schritte des Imago-Dialogs
Wir führen in unseren Familien unterschiedliche Gespräche:
(Anmerkung: Die folgenden Beispiele stellen häufige Situationen im Beratungsalltag dar. Sie sollen keinesfalls eine geschlechtertypische Zuschreibung darstellen.)
Quelle: www.brehmsimago.eu
„Teil 1 – Die vier Ebenen der Wertschätzung“ dieser Artikelserie ist schon im Mitteilungsblatt der Bgld. Landwirtschaftskammer erschienen und kann unter www.bgld.lko.at (Lebensqualität Bauernhof Burgenland) Lebensqualität Bauernhof Burgenland | Landwirtschaftskammer Burgenland nachgelesen werden.
- mit unserem Mann/ mit unserer Frau
- mit unseren Eltern
- mit unseren Kindern, die z.T. schon erwachsen sind.
(Anmerkung: Die folgenden Beispiele stellen häufige Situationen im Beratungsalltag dar. Sie sollen keinesfalls eine geschlechtertypische Zuschreibung darstellen.)
- Sie wollen Ihrer Partnerin/ Ihrem Partner, Ihren Eltern oder Ihren (erwachsenen) Kindern etwas mitteilen.
- Ihr Gegenüber lässt sie vielleicht gar nicht ausreden, weil es vielleicht zu wissen glaubt, was sie sagen wollen und antwortet schon.
- Sie haben nicht das Gefühl verstanden worden zu sein.
Quelle: www.brehmsimago.eu
„Teil 1 – Die vier Ebenen der Wertschätzung“ dieser Artikelserie ist schon im Mitteilungsblatt der Bgld. Landwirtschaftskammer erschienen und kann unter www.bgld.lko.at (Lebensqualität Bauernhof Burgenland) Lebensqualität Bauernhof Burgenland | Landwirtschaftskammer Burgenland nachgelesen werden.
Vier Schritte des Imago-Dialogs
Der Imago Dialog dient der Stärkung des Vertrauens und der Verbundenheit der Gesprächspartner. Dieser kann über alle Themen geführt werden, die den Dialog-Partnern wichtig sind.
Er besteht aus folgenden Teilen:
Der Mann ist dazu bereit. Er begibt sich in die Erlebniswelt seiner Frau. Er ist sich bewusst, dass er z.B. das Zusammenleben mit seiner Mutter am Hof ganz anders erlebt als seine Frau. Er möchte aber ihre Erlebenswelt kennenlernen und sie nicht von der Richtigkeit seines Erlebens überzeugen. Er weiß, dass sein Erleben gleich wichtig ist wie das seiner Frau.
Er besteht aus folgenden Teilen:
- Spiegeln
- Zusammenfassen
- Gelten lassen
- Einfühlen
Der Mann ist dazu bereit. Er begibt sich in die Erlebniswelt seiner Frau. Er ist sich bewusst, dass er z.B. das Zusammenleben mit seiner Mutter am Hof ganz anders erlebt als seine Frau. Er möchte aber ihre Erlebenswelt kennenlernen und sie nicht von der Richtigkeit seines Erlebens überzeugen. Er weiß, dass sein Erleben gleich wichtig ist wie das seiner Frau.
1. Spiegeln
Der Empfangende lädt den Sendenden auch ein, ihm alles zu erzählen, was ihm zu einem bestimmten Thema einfällt. Dadurch erfährt der Empfangende einen viel größeren Hintergrund, wieso der Sendende z.B. einer bestimmten Meinung ist.
z.B. Die Frau erzählt dem Mann, wie sie das Zusammenleben mit seiner Mutter erlebt. Der Mann wiederholt jeden Satz, den er hört, möglichst ohne inhaltliche Veränderung. „Ich habe gehört, du sagst, dass…? Habe ich dich gehört?“ Dadurch fühlt sich seine Frau gehört. Er ist gleichzeitig gezwungen, ihr bewusst zuzuhören und nicht an sein eigenes Erleben zu denken.
Die Frau hört noch einmal, was sie gesagt hat. Das gibt ihr die Gelegenheit, vielleicht etwas zu ergänzen oder anders zu formulieren.
Der Mann lädt die Frau ein: „Erzähl mir mehr davon!“
Dieses Senden und Spiegeln wird solange fortgeführt, bis die Frau das Gefühl hat, genug erzählt zu haben.
z.B. Die Frau erzählt dem Mann, wie sie das Zusammenleben mit seiner Mutter erlebt. Der Mann wiederholt jeden Satz, den er hört, möglichst ohne inhaltliche Veränderung. „Ich habe gehört, du sagst, dass…? Habe ich dich gehört?“ Dadurch fühlt sich seine Frau gehört. Er ist gleichzeitig gezwungen, ihr bewusst zuzuhören und nicht an sein eigenes Erleben zu denken.
Die Frau hört noch einmal, was sie gesagt hat. Das gibt ihr die Gelegenheit, vielleicht etwas zu ergänzen oder anders zu formulieren.
Der Mann lädt die Frau ein: „Erzähl mir mehr davon!“
Dieses Senden und Spiegeln wird solange fortgeführt, bis die Frau das Gefühl hat, genug erzählt zu haben.
2. Zusammenfassung
Wenn der Sendende alles erzählt hat, was ihm zu einem bestimmten Thema einfällt und der Empfangende dies jeweils gespiegelt hat, fasst der Empfangende dies zusammen. Dies hat den Sinn, dass der Sendende sich in der Gesamtheit seiner Aussagen gehört fühlt. Der Empfangende fragt den Sendenden, ob er korrekt zusammengefasst hat.
z.B.: Der Mann fasst zusammen, was er von seiner Frau darüber gehört hat, wie sie das Zusammenleben mit ihrer Schwiegermutter erlebt. „Zusammenfassend habe ich von dir gehört… Habe ich alles gehört?“ Wenn der Frau noch einige Teile wichtig sind, die nicht zusammengefasst wurden, kann sie sagen: „Du hast vieles zusammengefasst, was mir wichtig ist, dass du zusammenfasst, ist….“
z.B.: Der Mann fasst zusammen, was er von seiner Frau darüber gehört hat, wie sie das Zusammenleben mit ihrer Schwiegermutter erlebt. „Zusammenfassend habe ich von dir gehört… Habe ich alles gehört?“ Wenn der Frau noch einige Teile wichtig sind, die nicht zusammengefasst wurden, kann sie sagen: „Du hast vieles zusammengefasst, was mir wichtig ist, dass du zusammenfasst, ist….“
3. Gelten lassen
Der Empfangende versucht die Aussagen des Sendenden aus dessen Sicht zu verstehen. Er kann versuchen, sich in die Lage des Gegenübers hineinzuversetzen und aufgrund der Hintergrundinformationen, die er zum aktuellen Thema bekommen hat, nachzuvollziehen, wieso dieser etwas Bestimmtes gesagt oder getan hat. Verstehen heißt nicht, einverstanden sein zu müssen. Er kann versuchen, sein Gegenüber aus dessen Sicht zu verstehen und aus seiner persönlichen Sicht gänzlich anderer Meinung sein. In diesem Teil des Dialoges hält er seine eigene Meinung aber noch zurück, weil er später die Gelegenheit erhalten wird, seine Sichtweise darzustellen. Die beiden Meinungen können gleichberechtigt nebeneinander stehen.
z.B.: Der Mann denkt sich in die Lage seiner Frau hinein und versucht nachzuvollziehen, wieso sie aus ihrer Sicht das Zusammenleben mit seiner Mutter in dieser Weise erlebt. „Es macht in Deiner Welt Sinn, dass Du erlebst, dass..“ „Soll ich noch etwas verstehen?“
z.B.: Der Mann denkt sich in die Lage seiner Frau hinein und versucht nachzuvollziehen, wieso sie aus ihrer Sicht das Zusammenleben mit seiner Mutter in dieser Weise erlebt. „Es macht in Deiner Welt Sinn, dass Du erlebst, dass..“ „Soll ich noch etwas verstehen?“
4. Einfühlen
Der Empfangende versucht sich in die Welt des Gegenübers einzufühlen und sagt z.B: „Ich stelle mir vor, du fühlst dich bei diesem Thema …“. Der Sendende bestätigt eine zutreffende Vermutung des Empfangenden oder er benennt seine aktuellen Gefühle.
z.B. Der Mann sagt zu seiner Frau: „Ich stelle mir vor, du fühlst dich bei Anwesenheit meiner Mutter klein.“ Die Frau bestätigt dieses Gefühl, wenn es für sie zutrifft. Sie ergänzt vielleicht noch: „Ja, in Anwesenheit Deiner Mutter fühle ich mich klein und machtlos.“ Der Mann spiegelt es.
Nachdem alle vier Schritte des Imago-Dialoges in eine Richtung gemacht wurden, erfolgt ein Seitenwechsel. Nun erzählt der bisherige Empfangende seine Sichtweise und der bisherige Sendende spiegelt, fasst zusammen, lässt gelten und fühlt sich ein.
z.B. Der Mann erzählt nun seine Sichtweise, wie er das Zusammenleben mit seiner Mutter und seiner Frau in einem Haus erlebt.
z.B. Der Mann sagt zu seiner Frau: „Ich stelle mir vor, du fühlst dich bei Anwesenheit meiner Mutter klein.“ Die Frau bestätigt dieses Gefühl, wenn es für sie zutrifft. Sie ergänzt vielleicht noch: „Ja, in Anwesenheit Deiner Mutter fühle ich mich klein und machtlos.“ Der Mann spiegelt es.
Nachdem alle vier Schritte des Imago-Dialoges in eine Richtung gemacht wurden, erfolgt ein Seitenwechsel. Nun erzählt der bisherige Empfangende seine Sichtweise und der bisherige Sendende spiegelt, fasst zusammen, lässt gelten und fühlt sich ein.
z.B. Der Mann erzählt nun seine Sichtweise, wie er das Zusammenleben mit seiner Mutter und seiner Frau in einem Haus erlebt.
- Seine Frau spiegelt seine Aussagen, auch wenn es ihr schwerfällt.
- Sie fasst die Sichtweise des Mannes zusammen.
- Sie versucht sich in die Welt des Mannes zu denken und nachzuvollziehen, wieso es in seiner Welt Sinn macht, dass er das Zusammenleben auf seine Weise erlebt.
- Sie versucht auch eine Vermutung, wie er sich in Momenten des Konfliktes zwischen ihr und seiner Mutter fühlen könnte.
Zusammenfassung:
Gespräche sind in vielen Bereichen des Zusammenlebens innerhalb der Familie wichtig z.B.
Die Imago-Therapie und –Beratung hat für diese Gespräche verschiedene hilfreiche Methoden entwickelt z.B.
- Gespräche zwischen Liebespartnern
- Gespräche zwischen Eltern und (erwachsenen) Kindern
- Gespräche zwischen Geschwistern
Die Imago-Therapie und –Beratung hat für diese Gespräche verschiedene hilfreiche Methoden entwickelt z.B.
- Vier Ebenen der Wertschätzung
- Vier Schritte des Imago-Dialogs
Beratungsangebote der Burgenländischen Landwirtschaftskammer
Die Burgenländische Landwirtschaftskammer unterstützt als Teil der bundesweiten Initiative „Lebensqualität Bauernhof“ landwirtschaftliche Familienbetriebe in herausfordernden Situationen.
Bäuerliches Sorgentelefon
In einer verzwickten Situation kann es helfen, mit jemandem zu sprechen, der in der bäuerlichen Lebenswelt zu Hause ist und Verständnis für Probleme hat, die in dieser Berufsgruppe und bei der abgebildeten Arbeits- und Wohnkonstellation auftreten - der gleichzeitig aber auch über das nötige psychologische Fachwissen verfügt.
Kompetente Gesprächspartner hören sich Ihre Probleme an und versuchen gemeinsam mit Ihnen Lösungsmöglichkeiten zu finden. Hier können Sie über Ihre Situation reden, hier wird Ihnen zugehört – österreichweit, anonym und vertraulich (€ 1,30/ Stunde).
Telefonnummer: 0810/676810, Montag bis Freitag von 8:30 bis 12:30 Uhr (ausgenommen an gesetzlichen Feiertagen).
Psychosoziales Beratungsangebot der Bgld. Landwirtschaftskammer
Die Burgenländische Landwirtschaftskammer bietet Ihnen Unterstützung in Form einer Einzel- , Paar- oder Familienberatung an oder im Rahmen einer Mediation. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihnen eine Unterstützung helfen könnte, so scheuen Sie Sich nicht, diese auch in Anspruch zu nehmen!
Bei der Beratung werden Sie dabei unterstützt, die für Sie beste Lösung zu finden. Dies kann z.B. sinnvoll sein, wenn sich nicht alle Familienangehörigen an diesem gemeinsamen Prozess beteiligen wollen. Oder Einzelpersonen wollen für sich selber erst festlegen, was ihnen wichtig ist und was in einer Lösung geregelt werden muss, damit sie damit gut leben können.
Bei einer Mediation versuchen alle Beteiligten mithilfe der fachlichen Begleitung durch einen allparteilichen (neutralen) Mediator eine Lösung zu finden, die für alle passt. Dabei unterstützt der Mediator alle Beteiligten so, dass jeder/jede ausdrücken kann, was ihm/ihr wichtig ist. Falls dies jemandem sprachlich schwerer fällt, kann der Mediator die Darstellung durch Formulierungsvorschläge unterstützen ohne den Sachverhalt oder die Aussage zu verändern. Der Mediator bleibt auch hier neutral.
Die Voraussetzung für die Mediation ist, dass alle Beteiligten an diesem Prozess interessiert sind. Es besteht die Chance, dass dabei Lösungen gefunden werden, an die im Vorfeld niemand gedacht hat. Die getroffenen Vereinbarungen halten, weil sie gemeinsam erarbeitet wurden.
Eine genaue Beschreibung dieses Angebots finden Sie unter: www.bgld.lko.at (Lebensqualität Bauernhof Burgenland) Lebensqualität Bauernhof Burgenland | Landwirtschaftskammer Burgenland
Kontakt:
DI Willi Peszt, Psychotherapeut, Imago-Therapeut i.A.u.S., Diplom-Sozialpädagoge und zertifizierter Mediator
Burgenländische Landwirtschaftskammer
Esterhazystr. 15; 7000 Eisenstadt,
Tel. 02682/702/606, E: willi.peszt@lk-bgld.at
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